Aktueller Report
- Chip-Aktien im Freudentaumel – SpaceX zieht Raumfahrindustrie nach oben – KI Unternehmen in Energie-Problemen – Koreanische Anleger mit Monster-Hebeln im Aktienmarkt
Liebe Leser,
die Haupt-Story im Aktienmarkt ist in dieser Woche mit großem Abstand die Chip-Branche. Aktien wie Micron, SK Hynix, etc. schießen senkrecht nach oben. Micron stieg allein am Dienstag um 19%. Und dies wegen einer Kaufempfehlung mit höherem Kursziel von der UBS. Diese Branche hat nun die Indizes weltweit auf neue Rekord-Stände getrieben. Aber auch die Aktien aus der Raumfahrindustrie erhalten um den Trubel des historischen Börsengangs von SpaceX eine hohe Nachfrage. Darunter ist auch Schaeffler, die jetzt außerhalb der Automobilindustrie auch in die Raumfahrt einsteigt. Die Aktienmärkte (Indizes) sind zwar technisch massiv überkauft, aber die Anleger interessiert dieser Indikator kaum und es wird auf Teufel komm raus gekauft. Parallel hat der Markt den Iran-Krieg bereits zu den Akten gelegt. Der Ölpreis korrigierte unter die 100 US Dollar-Marke. Das ist ein zusätzlicher Zünder für die Rally am Aktienmarkt.
Das KI-Thema stagniert. Alles schön und gut! Die Modelle werden weiterentwickelt, aber die Energie fehlt. Das Geld wurde aufgenommen oder bereitgestellt. Jedoch nimmt jetzt der Druck zu, weil investiert werden muss, um die Zinskosten nicht zu stark zu belasten. An diesem Punkt will ich einmal erklären, dass die KI-Story (langfristig zwar gut ist), aber kurzfristig viele „auf die Fressen“ fliegen. Sollte die KI-Story – ähnlich wie aktuell Bitcoin – allmählich etwas abschwächen, dann rauschen die Trend-getriebenen Indizes in den USA, Taiwan und Südkorea in den Keller. Schauen Sie sich einmal die Fahnenstange beim südkoreanischen KOSPI an. Das kann nicht unendlich gut gehen. In Korea wurden jetzt Rekord-Derivate (Hebel) aufgelegt. Es ist in meinen Augen definitiv eine Blasenbildung.
Doch es kam, wie es kommen musste: die USA starten wieder mit Angriffen auf den Iran, der Gegenschläge ankündigt. Daraufhin steig der Ölpreis wieder. Gold gibt am Tag des Angriffs weiter ab, obwohl politische Unruhen historisch eigentlich einen Anstieg vermuten lassen. Auch um die Krypto-Anlageklasse wird es rund um Bitcoin ruhig. Aber unruhig wird es jetzt bei den Öl-Beständen vieler Länder. Die Lager (staatlich strategische Reserve) werden momentan aufgefressen. Ein Ende des Konflikts um die Emirate mit der Straße von Hormuz ist in meinen Augen nicht in Sicht. Das bedeutet, dass der Mangel erst bei entleerten Not-Lagern an die Oberfläche kommt. Ich kann an dieser Stelle nur die Warnungen ANDERER Medien weitertragen, weil ich keine direkten Kontakte in diese Branche bzw. an diese Stellen habe. Übrigens: sollte die Straße von Hormuz noch länger geschlossen bleiben, dann erwarten Volkswirte einen globalen Wirtschaftseinbruch von über 25%. Das kann man durchaus mit der großen Depression der Weltwirtschaftskrise vergleichen. Die Inflationsdaten zucken bisher nur. Aber die Inflation soll in den USA auf 6% anziehen! Wenn hier noch ein „Hochhaus-Analyst“ von sinkenden Zinsen ausgeht, dann empfehle ich Ihnen, den normalen Menschenverstand zu nutzen.In dieser Woche haben sich auch die Wirtschaftsweisen mit ihrem jährlichen Report zu Wort gemeldet. Das BIP-Wachstum wurde von 0,9% auf 0,5% gesenkt. Dabei ist die Wirtschaft lediglich noch von Staatsaufträgen getrieben, die allerdings dem Volk, durch hohen Schulden auferlegt wird. Real oder Nominal. Auch in diesem Bereich rafft es die große Masse nicht, dass die Staatsaufträge auf Schulden aufgebaut sind und selbst dadurch nur noch so ein Minimal-Wachstum herauskommt. An dieser Stelle kommt natürlich der Auftrag für Rheinmetall in die Schlagzeilen. Die Bundeswehr bestellt tausende von Transportfahrzeugen. So wird der DAX weiter aufgeblasen, während in der Realwirtschaft 100-Tausenden ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Insolvenz-Welle nimmt weiter an Geschwindigkeit auf. Wie sollen die Sozialkosten in Deutschland noch beglichen werden? Wann geht der Regierung das Geld und die Puste aus, zumal jetzt schon wieder Löcher im Haushalt in Milliarden-Höhe gestopft werden müssen. Deutschland hat auf Staats- und Rüstungs-Wirtschaft umgestellt und dies wird langfristig katastrophale Folgen für den Mittelstand haben.
Wie geht’s an den Börsen weiter?
Der Zick-Zack Kurs im Iran-Krieg ist für die Beurteilung der Entwicklung an den Börsen aktuell pures Gift. Wie soll man sich positionieren? Was und wann soll man momentan kaufen oder verkaufen? Die Finanzmärkte sind zum Spekulations-Objekt Nummer 1 geworden. Der Ölpreis hat das Potenzial von einer Spannweite von rund 40% (also 20% runter oder 20% hoch). Nun, Gold müsste eigentlich beim erneuten Luftangriff der USA auf den Iran steigen. Pustekuchen: Gold fällt am Tag der Angriffe um 1,5%. Also es ist momentan nicht mehr nachvollziehbar, geschweige denn mit Logik eine kurz- bis mittelfristige Ausrichtung auszusprechen.
Ich wünsche ein erholsames Wochenende!Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur
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